{"id":3197,"date":"2007-09-19T00:00:00","date_gmt":"2007-09-18T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lardenbach.de\/?p=3197"},"modified":"2016-03-13T16:25:10","modified_gmt":"2016-03-13T15:25:10","slug":"485954-lardenbach-archiv-2007-september","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lardenbach.de\/?p=3197","title":{"rendered":"485\/954 | Lardenbach.Archiv.2007. September"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;\"><FONT face=Arial size=2> <P align=justify> <TABLE width=\"100%\" border=0> <TBODY> <TR> <TD><IMG height=173 hspace=7 src=\"https:\/\/www.lardenbach.de\/pic_2007\/kirche.2.jpg\" width=260><\/TD> <TD> <P align=justify><FONT face=Arial size=2>Im Innenraum der schlichten rechteckigen Kirche f\u00e4llt besonders die bemalte m\u00e4chtige Mittels\u00e4ule auf. Dieser 8-eckige Pfosten tr\u00e4gt mit seinen zwei geschwungenen Kopfknaggen den Unterzug unterhalb der Kirchendecke. Der Innenraum selbst erfuhr im Laufe der Zeit des \u00d6fteren gravierende Ver\u00e4nderungen. So wurden 1717 und 1775 weitere Emporen eingezogen, wobei die M\u00e4nnerempore 1984\/85 erneut ver\u00e4ndert wurde. Zwangsm\u00e4\u00dfige Umbauten ergaben sich auch durch die Anschaffung einer Orgel. Im Jahre 1775 wurde daf\u00fcr eine eigene Empore im Chorraum geschaffen.<\/FONT><\/P><\/TD><\/TR><\/TBODY><\/TABLE><\/P><\/FONT> <P align=justify><FONT face=Arial size=2>\u00a0Als 1865 die marode erste Orgel durch eine gr\u00f6\u00dfere ersetzt wurde, musste zwangsl\u00e4ufig der Triumphbogen weichen. Dieser trennte den Altarraum vom Kirchenschiff. Zum Opfer fiel dabei auch der Bogen und der Schalldeckel \u00fcber der aus dem Jahr 1657 stammenden Kanzel. Der bis 1910 unbeachtet auf dem Kirchendachboden liegende Kanzeldeckel wurde danach bearbeitet und wieder neu angebracht. Bei der Kirchenrenovierung 1984\/85 wurde dann auch wieder ein neuer Triumpfbogen zum Chor hin und ebenso der \u00fcber der Kanzel nach den alten optischen Vorgaben angebracht. Im Zuge dieser Bauma\u00dfnahmen wurde die von der Mainzer Firma Finkenauer und Embach 1865 gebaute und am 3. September eingeweihte Orgel von der rechten Emporeseite in die Mitte versetzt. Dabei wurde die Empore um 40 cm tiefer gelegt. Der im Chor und nach Osten hin stehende Altar wurde bei den Arbeiten im Jahr 1984\/85 ebenfalls von Grund auf erneuert. Das aus Bruchsteinen bestehende Gem\u00e4uer wird von einer Basaltplatte abgedeckt. Dieses mit zwei Weihekreuzen versehene St\u00fcck Basalt stammt aus der \u00e4lteren Vorg\u00e4ngerkirche und somit aus vorreformatorischer, katholischer Zeit. Das Besondere bei den B\u00e4nken sind deren Wangen. Die Bemalungen wurden im Rahmen der Innenrenovierung 1984\/85 restauriert. Die Sitzb\u00e4nke selbst wurden jedoch komplett erneuert. Wiederhergestellt wurde auch die Decke der Kirche. Die Zeichnungen lassen dabei das Bestreben einer Trennung von Chorraum und Kirchenschiff erkennen. Die Decke selbst hatte einen Lehm-H\u00e4cksel-Unterputz und d\u00fcrfte noch aus dem Jahr 1657 stammen. Nach gutachterlichem Befund wurde die Decke wieder mit Stuckornamenten versehen. <\/FONT><\/P> <P align=justify><FONT face=Arial size=2> <TABLE width=\"100%\" border=0> <TBODY> <TR> <TD> <P align=justify><FONT face=Arial size=2>Schmuckst\u00fccke der Lardenbacher Kirche sind zwei Grabsteine. Seit 1985 sind diese bis 1910 im Pfarrhaus dienenden Fu\u00dfbodenplatten unter der Kanzel und an der Au\u00dfenwand im Chor aufgestellt. Urspr\u00fcnglich stammen sie von dem um die Kirche herum gelegenen Friedhof. Einer der Steine d\u00fcrfte laut dem Text und dem Motiv den beiden Zwillingsschwestern des Lardenbacher Pfarrers Johann Konrad M\u00fcller gewidmet sein. Beide T\u00f6chter starben im Dezember 1754 im Alter von 1 \u00bd Jahren an den Blattern (Pocken). Drei Tag zuvor war schon sein Sohn verstorben. Der zweite Grabstein zeigt die Kreuzigung Jesu.\u00a0 <\/FONT><\/P> <P align=justify><FONT face=Arial size=2>Die Lardenbacher Kirche hat drei Bronzeglocken im Dachreiter. Die kleinste Glocke mit der Umschrift in altgotischen Buchstaben <Hilf Maria> d\u00fcrfte noch aus der Vorg\u00e4ngerkirche stammen. Das Fertigungsjahr der gesch\u00e4tzten 65 Kilogramm schweren <Vater-Unser-Glocke> d\u00fcrfte den Angaben der Kirchenchronik nach in der Zeit von ca. 1250 bis 1350 gewesen sein.<\/FONT><\/P><\/TD> <TD><IMG height=260 hspace=7 src=\"https:\/\/www.lardenbach.de\/pic_2007\/kirche.3.jpg\" width=173><\/TD><\/TR><\/TBODY><\/TABLE><\/FONT><FONT face=Arial size=2>Die gro\u00dfe Glocke wurde 1749 von dem Meister Schneidewind in der Tonart <fis> gegossen. Sie hat einen Durchmesser von 71 cm und wiegt 229,5 Kilogramm. Die mittlere Glocke zeigt das Gie\u00dfdatum 16. November 1789. Die Inschrift lautet <Gott allein die Ehr>. Die Tonart der von Peter Bach, Hungen gegossenen Glocke ist <f>. Sie d\u00fcrfte etwa 170 Kilogramm schwer sein und einen Durchmesser von 65 cm haben. In den Kriegsjahren 1943\/44 mussten die beiden gro\u00dfen Glocken zur Einschmelzung f\u00fcr Kriegsger\u00e4t abgeliefert werden. Doch gl\u00fccklicherweise kamen beide 1947 nach dem Krieg wieder unbeschadet nach Lardenbach zur\u00fcck. <\/FONT><\/P> <P align=justify><FONT face=Arial size=2>Eine besondere Bedeutung hat die Konstruktion des Dachstuhles mit der Verankerung des Dachreiters. Auffallend sind dabei die sternf\u00f6rmigen \u00fcberkreuzten Deckenbalken. In einem der Pfosten ist ein Text mit der Erbauungszeit 1657 eingeschnitzt. Namentlich genannt sind dabei Johannes R\u00fchl\u00a0 und Curd Dresslers (Konrad Dr\u00f6\u00dfler), die zu jener Zeit B\u00fcrgermeister bzw. Schulmeister gewesen sind. Eine verwandtschaftliche Verbindung zu dem\u00a0 Kirchenrechner Johannes R\u00fchl l\u00e4sst sich bei den heutigen Generationen und somit noch bei \u00fcber 80 Lardenbacher Einwohnern feststellen. Der Kirchenbau wurde durch den feste Glauben der Familien und durch die Opferfreudigkeit auch ausw\u00e4rtiger Gl\u00e4ubiger erst m\u00f6glich. So gab es auch Sammlungen in der Grafschaft Bentheim. Von dort kam Am\u00f6ne Elisabeth, die Gattin des Grafen Carl Otto zu Solms Laubach. Das gr\u00e4fliche Haus besitzt bis heute noch das Patronat \u00fcber die Lardenbacher Kirche. Obwohl die Lardenbacher schon lange eine eigene Kirche hatten, geh\u00f6rten sie im 11. Jahrhundert zur Gro\u00df-Eichen und sp\u00e4ter dann zur Kirchengemeinde Freienseen. Im Jahr 1717 wurden sie zusammen mit den Nachbarsiedlungen Stockh\u00e4user Hof, Flensunger Hof und Solms-Ilsdorf von Freienseen getrennt und zur Pfarrei Lardenbach. Nach erfolgten Umstrukturierungen geh\u00f6ren heute dem Kirchspiel Lardenbach die von Pfarrerin Cordula Michaelsen betreuten Kirchengemeinden Klein-Eichen, Lardenbach, Stockhausen und Weickartshain an.\u00a0\u00a0 <\/FONT><\/P> <P align=justify><FONT face=Arial size=2>Mit einem Festgottesdienst zum 350. Geburtstag der im Vogelsberg mit zu den \u00e4ltesten z\u00e4hlenden Fachwerkkirchen wird am 23. September um 10.30 Uhr die Jubil\u00e4umsfeier er\u00f6ffnet. Ein Festakt mit dem Auftritt des M\u00e4nnerchores und mit Mittagessen wird sich danach im Dorfgemeinschaftshaus in Lardenbach anschlie\u00dfen. <\/FONT><\/P><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Innenraum der schlichten rechteckigen Kirche f\u00e4llt besonders die bemalte m\u00e4chtige Mittels\u00e4ule auf. Dieser 8-eckige Pfosten tr\u00e4gt mit seinen zwei geschwungenen Kopfknaggen den Unterzug unterhalb der Kirchendecke. 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